Die in Feuchtwangen (Bayern) geborene Sopranistin Christiane Karg gab noch während ihres Studiums am Salzburger Mozarteum ihr vielbeachtetes Debüt bei den Salzburger Festspielen. Sie studierte bei Heiner Hopfner sowie in der Liedklasse von Wolfgang Holzmair und wurde für ihren Masterabschluss im Fach Oper / Musiktheater mit der Lilli-Lehmann-Medaille ausgezeichnet.

Erste Engagements führten Christiane Karg an das Opernstudio der Hamburgischen Staatsoper sowie als Ensemblemitglied an die Oper Frankfurt, wo sie die wichtigen Rollen ihres Fachs sang: darunter Susanna, Pamina, Servilia, Musetta, Zdenka, Mélisande. Sie gastierte an führenden Opernhäusern in Deutschland und im europäischen Ausland, darunter die Bayerische Staatsoper, die Komische Oper Berlin, das Theater an der Wien sowie an der Opéra de Lille. Als Sophie war Christiane Karg zuletzt unter der Leitung von Christian Thielemann an der Dresdner Semperoper, wie auch in einer Neuproduktion unter Sebastian Weigle an der Oper Frankfurt zu erleben. Weitere Höhepunkte der vergangenen Saison waren Kargs umjubeltes Debüt am Royal Opera House Covent Garden als Pamina, die Mélisande, mit der sie an die Hamburgische Staatsoper zurückkehrte sowie zwei konzertante Aufführungen als Susanna in Mozarts Le nozze die Figaro im Festspielhaus Baden-Baden unter der Leitung von Yannick Nezét-Seguin. Eine enge Zusammenarbeit verbindet Christiane Karg mit den Salzburger Festspielen. An der Lyric Opera of Chicago, wo die Künstlerin zu Beginn der aktuellen Spielzeit erstmalig zu erleben ist, interpretiert sie die Susanna. Nach ihrem Debüt an der Mailänder Scala mit der Sophie in Der Rosenkavalier kehrt Christiane Karg an die Bayerische Staatsoper zurück, wo sie als Blanche in Dialogues des Carmélites zu hören sein wird.

Als Konzertsängerin tritt Christiane Karg mit vielen bedeutenden Orchestern im In- und Ausland auf. Im Wiener Musikverein mit Concentus Musicus unter Nikolaus Harnoncourt, mit dem NDR Symphonieorchester unter Christoph Eschenbach und Thomas Hengelbrock, der Tschechischen Philharmonie unter Manfred Honeck, dem ORS in Genf unter Marek Jurowski, dem RSO Wien unter der Leitung von Cornelius Meister, mit Les Arts Florissants, mit der Staatskapelle Dresden unter Christian Thielemann sowie regelmäßig mit dem Mozarteum Orchester Salzburg, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons, mit den Wiener Symphonikern unter Herbert Blomstedt und den Rotterdam Philharmonic und mit The Philadelphia Orchestra jeweils unter der Leitung von Yannick Nezét-Seguin.

In der aktuellen Saison ist Christiane Karg erneut zu Gast im Wiener Konzerthaus, wo sie unter der Leitung von Daniel Harding mit Schumanns Faust-Szenen zu erleben ist. Weitere Engagements führen die Sängerin zu Santa Cecilia nach Rom, um unter Andrés Orozco-Estrada Haydns Schöpfung zur Aufführung zu bringen, nach München, wo sie mit Beethovens 9. Symphonie unter Andrew Manze bei den Münchner Philharmonikern debütieren wird, zu den Bambergern Symphonikern – Bayerische Staatsphilharmonie mit Schumanns Das Paradies und die Peri sowie zum Mahler Chamber Orchestra mit Mahlers 2. Symphonie. Es folgen zudem Wiedereinladungen zur Mozartwoche mit Mendelssohns Elias und zu den Berlinern Philharmonikern mit dem Fauré Requiem unter der Leitung von Christian Thielemann sowie eine Einladung zum London Symphony Orchestra wiederum mit Schumanns Faust-Szenen.

Ihre Leidenschaft zum Liedgesang und zu kammermusikalischen Projekten pflegt die junge Sopranistin in besonderer Weise. Neben den zurückliegenden Liederabenden bei den Salzburger Festspielen, beim Schleswig-Holstein Musik Festival, beim Rheingau Musikfestival und beim Kissinger Sommer konzipiert und verantwortet sie als künstlerische Leiterin ihres Festivals Kunstklang in ihrer Heimatstadt Feuchtwangen eine eigene Konzertsaison. Sie tritt in der aktuellen Spielzeit an der Seite von Wolfram Rieger zum wiederholten Male bei der Schubertiade Hohenems/Schwarzenberg sowie mit Graham Johnson in der Londoner Wigmore Hall auf. Eine ausgedehnte Tournee führt Christiane Karg mit Malcolm Martineau in die USA, wo sie u.a. in der Carnegie Hall sowie in San Francisco zu hören sein wird. Eine weitere Konzertreise unternimmt die Künstlerin, ebenfalls mit Malcolm Martineau nach Asien.

Christiane Karg erhielt für ihre erste bei Berlin Classic erschienene Lied-CD Verwandlung – Lieder eines Jahres (Klavier: Burkhard Kehring) den renommierten Musikpreis Echo Klassik der Deutschen Phono-Akademie. Nach ihren CDs Amoretti mit Arien von Mozart, Gluck und Grétry und Heimliche Aufforderung mit Liedern von Richard Strauss (Klavier: Malcolm Martineau) erschien im Mai 2015 ihre CD Scene! mit dem Barockorchester Arcangelo unter Jonathan Cohen. Für "Scene" erhält Christiane Karg 2016 zum zweiten Mal den Echo Klassik. Zudem ist Christiane Karg im Herbst 2015 mit dem Kulturpreis Bayern in der Kategorie Kunst ausgezeichnet worden.


„Christiane Karg geht in der persönlichen Einfärbung ihrer Partie sogar noch einen Schritt weiter und gestaltet den von Brahms nachkomponierten Sopransolo-Satz ‚Ihr habt nun Traurigkeit’ als strahlende Jenseits-Offenbarung: Verheißungen eines neuen, anderen Lebens, hörbar gemacht für uns arme Sterbliche hienieden. Thielemann, der sensible Sängerbegleiter, lässt sich von Kargs bis ins Ekstatische gesteigerter Engelsvision forttragen; plötzlich ist alle protestantische Zurückhaltung gewichen, die Musik beginnt zu leuchten, zu schweben, und wir schweben mit ihr, beseelt von der Aussicht, diesen tröstenden Engel irgendwann wiederzusehen: ‚Und euer Herz soll sich freuen!′” (Christian Wildhagen, Denn alles Fleisch, es ist wie Gras, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.04.2013

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